Erasmus-Programm: Sechs Nationen für e-learning

 

Erasmus-Programm: Sechs Nationen für e-learning

Am kommenden Wochenende trifft eine internationale Schülergruppe mit ihren begleitenden Lehrkräften an unserer Schule ein. Im Rahmen des europäischen Erasmus-Programms für Schulen werden die 23 Schülerinnen und Schüler und ihre 12 Lehrerinnen und Lehrer eine Woche in Hamm verbringen, um in Workshops digitale Unterrichtsmaterialien zu erstellen.

Die Gäste kommen von Schulen aus 5 Nationen: Griechenland, Türkei, Polen, Spanien und Rumänien. Der erste Gastgeber dieses neu anlaufenden Projektes, die Freie Waldorfschule in Hamm, ist gleichzeitig der Projektleiter. Die Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren sind in Familien in Hamm und Umgebung untergebracht. Die gemeinsame Sprache ist Englisch. Die Kosten für die Reisen trägt das Förderprogramm der EU.

Für die Durchführung eines Projektes im Rahmen des Europäischen Förderprogrammes Erasmus müssen sich Schulen bewerben. Die Themen können innerhalb eines groß gesteckten Rahmens selbst gewählt werden. Seit einem früheren Erasmus-Projekt hatte Gisela Krutzke, die koordinierende Lehrerin an der Freien Waldorfschule Hamm, zu Lehrern von drei der beteiligten Partnerschulen den Kontakt gehalten. Sie taten sich jetzt wieder zusammen und entwickelten gemeinsam ein Projekt für digitale Unterrichtsmethoden. Dafür bekamen sie jetzt die Förderung des EU- Programms Erasmus+ für Schulen. Ziel ist es, die Motivation der Schüler zum Lernen durch den Einsatz moderner Medien zu steigern. Gleichzeitig soll aber auch für Gefahren und Risiken durch Freigabe persönlicher Daten und die starke Kommerzialisierung sensibilisiert werden. Zu Themen wie Cybermobbing und Nutzung und Risiken von Social Media, zum Beispiel der Umgang mit Selfies, sollen die Schüler Videos erstellen, die im Unterricht benutzt werden können und sollen. Aus den entwickelten Materialien soll ein Katalog entstehen, der auf der Homepage zum Erasmus-Programm http://ec.europa.eu/programmes/erasmus-plus/projects/ öffentlich und so für alle interessierten Schulen nutzbar gemacht werden soll.

 

Der Schwerpunkt während des Aufenthaltes in Hamm ist der Workshop zur Entwicklung von Videos, besonders Erklärvideos, zu den genannten Aspekten. Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst die Themen umfassend recherchieren, um Informationen zu sammeln, um damit ein Storyboard für das einzelne Video zu schreiben. Mit verschiedenen Apps werden die Videos nun gedreht. Gearbeitet wird mit I-Pads der Schule, die noch durch Leihgaben aus dem Medienzentrum der Stadt Hamm ergänzt werden können. Einen Vortrag zur Einführung ins Thema und zur Verwendung der im Workshop eingesetzten Apps hält Björn Grote.

Gisela Krutzke hofft auf eine anregende Zusammenarbeit der Schulen, denn man wolle Wissen und Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. Die Schulen im Ausland seien, was den Einsatz von neuen Medien im Unterricht betreffe, weit vor den meisten deutschen Schulen. Hier gäbe es einiges nachzuholen. Aber die ausländischen Gäste sind am spezifischen Ansatz der Pädagogik von Rudolf Steiner interessiert. Der Einsatz der neuen Medien folgt hier etwas anderen Prämissen. So wird die Technik erst ab der 8. Klasse eingesetzt, denn der Entwicklungsstand des Kindes steht im Vordergrund. Sehr aufmerksam und mit Vorbehalten wird die starke Kommerzialisierung gesehen. Um einen Einblick in die Unterrichts- und Erziehungsmethode der Waldorfpädagogik zu bekommen, sind Unterrichts­besuche für die Lehrer geplant.  

Natürlich wird nicht nur gearbeitet. Begegnung und Kennenlernen haben eine große Bedeutung. In ihren Gastfamilien lernen die griechischen, türkischen, spanischen, polnischen  und rumänischen Jugendlichen das deutsche Familienleben kennen. Ausflüge führen ins Nixdorf-Computer-Museum nach Paderborn, nach Münster und ins Schwimmbad Maximare in Hamm. Ein Empfang beim Hammer Oberbürgermeister ist ebenfalls geplant. Ein großer Familienabschlussabend beendet den Aufenthalt. Mit Flugzeug und Langstreckenbus geht es für die Gäste zurück in die Heimat. Die Fortsetzung der Arbeit am Projekt ist für nächstes Frühjahr in Griechenland geplant.

 

Unsere Schule nimmt noch an einem weiteren Erasmus-Projekt teil. Auch hier geht es um neue Medien und ihre technischen und inhaltlichen Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. Allerdings liegt hier der Schwerpunkt auf der Lehrerfortbildung. In diesem zweiten Projekt mit dem Titel „Coding Europe“ arbeiten Italien, Spanien, Slowenien und Deutschland zusammen. Das erste Treffen findet im Frühjahr in Slowenien statt.

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